Risiko – Blut und Leberschäden.

„Ironischerweise ist durch Blut übertragenes Aids nie so gefährlich gewesen wie andere Krankheiten — zum Beispiel Hepatitis“, schrieb die Washington Post.

Ja, überaus viele sind an Hepatitis, für die es keine bestimmte Therapie gibt, schwer erkrankt und gestorben. Gemäß dem U.S.News & World Report (1. Mai 1989) ziehen sich in den USA etwa 5 Prozent derjenigen, die Blut erhalten, Hepatitis zu — 175 000 Menschen im Jahr. Ungefähr die Hälfte bleibt chronisch infiziert, und mindestens jeder 5. erkrankt an Leberzirrhose oder an Leberkrebs. Schätzungsweise 4 000 von ihnen sterben daran. Wenn ein Jumbo-Jet abstürzt und alle Passagiere ums Leben kommen, macht das große Schlagzeilen. Aber 4 000 Tote sind so viele, wie umkämen, wenn jeden Monat ein vollbesetzter Jumbo abstürzte.

Ärzten war schon lange bekannt, daß eine weniger gefährliche Hepatitis (Typ A) durch verunreinigte Nahrung und unsauberes Wasser verbreitet wird. Danach erkannten sie, daß eine schwerere Form durch Blut übertragen wird, und es gab keine Möglichkeit, das Blut daraufhin zu untersuchen. Schließlich fanden hervorragende Wissenschaftler heraus, wie die „Fingerabdrücke“ dieses Virus (Typ B) nachzuweisen sind. Anfang der 70er Jahre wurde das Blut in einigen Ländern daraufhin untersucht. Die Blutkonserven schienen nun unbedenklich zu sein und die Zukunft für das Blut ungetrübt. War es wirklich so?

Es dauerte nicht lange, bis man feststellte, daß Tausende, denen untersuchtes Blut gegeben wurde, immer noch an Hepatitis erkrankten. Viele stellten fest, daß ihre Leber nach schwächender Krankheit stark geschädigt war. Wie konnte dies geschehen, da doch das Blut untersucht worden war? Das Blut enthielt einen weiteren Erreger, den Erreger der Non-A-non-B-Hepatitis (NANB). Ein Jahrzehnt lang waren Transfusionen damit behaftet — 8 bis 17 Prozent der Transfusionsempfänger in Israel, Italien, Japan, Schweden, Spanien und in den USA wurden damit infiziert.

Dann verkündeten die Schlagzeilen: „Geheimnisvolles Hepatitis-Non-A-non-B-Virus endlich isoliert“; „Mysteriöser Erreger im Blut gefaßt“. Wiederum hieß es: „Der nicht faßbare Erreger ist jetzt gefunden“. Im April 1989 wurde die Öffentlichkeit darüber unterrichtet, daß ein Test für NANB, jetzt Hepatitis C genannt, zur Verfügung stehe.

Die Frage erhebt sich, ob diese Entwarnung verfrüht ist. Tatsächlich haben italienische Forscher über ein anderes Hepatitisvirus berichtet, einen Mutanten, der für ein Drittel der Fälle verantwortlich sein könnte. „Einige Autoritäten befürchten“, hieß es im Health Letter der Medizinischen Fakultät der Harvarduniversität (November 1989), „daß A, B, C und D nicht die letzten Buchstaben im Alphabet der Hepatitisviren sind; es können noch andere zutage treten.“ In der New York Times (13. Februar 1990) war zu lesen: „Experten haben den starken Verdacht, daß weitere Viren Hepatitis auslösen können; wenn sie entdeckt werden, werden sie als E-Virus und so weiter bezeichnet werden.“

Steht den Blutbanken eine weitere lange Suche nach Tests bevor, um das Blut sicher zu machen? Mit Bezug auf das Kostenproblem machte ein Leiter des Amerikanischen Roten Kreuzes folgende beunruhigende Äußerung: „Wir können einfach nicht einen Test nach dem anderen für jeden Infektionserreger, der übertragen werden könnte, hinzufügen“ (Medical World News, 8. Mai 1989).

Selbst der Hepatitis-B-Test kann versagen; viele ziehen sich die Krankheit immer noch durch Blut zu. Werden überdies die Menschen mit dem angekündigten Hepatitis-C-Test zufrieden sein? The Journal of the American Medical Association (5. Januar 1990) zeigte, daß Antikörper gegen diese Krankheit eventuell erst nach einem Jahr durch den Test nachweisbar sind. In der Zwischenzeit ziehen sich Personen, denen Blut transfundiert wird, vielleicht Leberschäden zu und sterben.

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Kategorie(n): Allgemein

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