Die Zusammensetzung von Blut.

Blutspendern wird meist Vollblut abgenommen, häufig allerdings auch nur Blutplasma. In manchen Ländern wird zwar Vollblut transfundiert, doch in der Regel wird Blut in seine Hauptbestandteile zerlegt, bevor es getestet und in der Transfusionsmedizin verwendet wird. Es folgt eine kurze Übersicht über die vier Hauptbestandteile von Blut, ihre Funktion und ihren przentualen Anteil am Blutvolumen.

PLASMA macht 52% bis 62% des Vollblutes aus. Blutplasma ist eine blassgelbe Flüssigkeit, in der Blutkörperchen, Proteine und andere Substanzen schweben und befördert werden.
Plasma besteht zu 91,5 Prozent aus Wasser, Proteine, aus denen Plasmafraktionen gewonnen werden, machen 7 Prozent des Plasmas aus (davon knapp 4 Prozent Albumine, weniger als 3 Prozent Globuline und unter 1 Prozent Fibrinogen). Die restlichen 1,5 Prozent des Plasmas bestehen aus anderen Substanzen wie Nährstoffen, Hormonen, Atemgasen, Elektolyten, Vitaminen und Stickstoffabfällen.

 Die einzelnen Fraktionen des Blutes:

A.) Plasma:

Albumin – bis zu 4 Prozent des Blutplasmas:
Albumine (lat.: albus, „weiß“) gehören wie die Globuline zur Gruppe der globulären Proteine. Albumin sorgt im menschlichen Organismus vor allem für Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Drucks und vermittelt vielen sonst wasserunlöslichen Stoffen Wasserlöslichkeit, indem sie an Albumin gebunden werden.
Ein Protein, das aus dem Blutplasma gewonnen wird.

Formen von Albumin sind auch in Pflanzen, in Nahrungsmitteln wie zum Beispiel Milch und Eiern sowie in der Muttermilch enthalten.

Humanalbumin wird manchmal als Volumenersatzmittel zur Behandlung von Schocks und schweren Verbrennungen verwendet. Diese Präparate können bis zu 25 Prozent Albuminanteil haben. Kleinstmengen werden in vielen anderen Präparaten als Hilfsstoff verwendet.

Immunglobuline – bis zu 3 Prozent des Blutplasmas:
Das Immunsystem kann körperfremde Erreger, die auch Antigene genannt werden, erkennen und stellt zu ihrer Abwehr spezifische Antikörper her. Diese Antikörper werden auch Immunglobuline genannt und unterscheiden sich in ihrem Aufbau und in ihrer Funktion voneinander. Aus diesem Grunde können sie in verschiedene Klassen eingeteilt werden.

Proteinfraktionen, die in einigen Medikamenten zur Bekämpfung von Viren sowie von Krankheiten wie Diphtherie, Wundstarrkrampf, Virushepatitis oder Tollwut enthalten sein können. Sie können auch angewandt werden, um gewisse Krankheiten vorzubeugen, die das Leben eines Ungeborenen bedrohen, oder um Schlangen- oder Spinnengift entgegenzuwirken.

Gewinnung und Herstellung der Immunglobuline aus dem Blutplasma freiwilliger Spender. Es wird keine Gewähr dafür gegeben, dass Krankheitserreger auf die Patienten übertragen werden, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen.

Gerinnungsfaktoren – weniger als 1 Prozent des Blutplasmas:
Es gibt verschiedene Proteine, die bei der Blutgerinnung mitwirken, um eine Blutung zu stillen. Einige dieser Proteine werden Patienten verabreicht, die leicht zu Blutungen neigen. Man verwendet sie auch in medizinischen Klebern, mit denen nach Operationen Wunden verschlossen oder Blutungen gestillt werden. Eine bestimmte Kombination von Gerinnungsfaktoren wird als Kryopräzipitat bezeichnet.
Gerinnungsfaktoren werden hauptsächlich aus Blutplasma gewonnen.

Es gilt zu beachten:
Es gibt inzwischen einige Gerinnungsfaktoren, die nicht aus Blut hergestellt werden.

Zum Beispiel: K-Vitamine gehören neben den Vitaminen A, D und E zu den fettlöslichen Vitaminen. Siew sind ein Kofaktor von Reaktionen der y-Glutamylcarboxylase. Über diesen Mechanismus werden mehrere Gerinnungsfaktoren und gerinnungshemmende Faktoren aktiviert und reguliert.

 

B.) Erythrozyten (Rote Blutkörperchen) machen 38 – 48 Prozent des Vollblutes aus.

Hämoglobin – 33 Prozent der Erythrozyten:
Die typisch rote Farbe erhält das Blut durch das Eiweiß Hämoglobin (Hb). Es ist der wichtigste Bestandteil der roten Blutkörperchen, der Erythrozyten. Die roten Blutkörperchen haben die Aufgabe, Sauerstoff von der Lunge zu unseren Körperzellen zu transportieren und schädliches Kohlendioxid als Stoffwechselendprodukt zu entfernen. Hierbei kommt der Blutfarbstoff Hämoglobin ins Spiel. Denn Hämoglobin enthält das Spurenelement Eisen, das Sauerstoff bindet und somit dessen Transport zu den Körperzellen sicherstellt. Kurzum: Eisen hat eine lebenswichtige Funktion. Ist ausreichend Eisen im Blut vorhanden, wird unser Organismus optimal mit Sauerstoff versorgt.

Hämin – weniger als 2 Prozent der Erythrozyten:
Ein Enzyminhibitor, der aus Hämoglobin gewonnen wird, um eine Gruppe seltener genetischer BluterKrankungen (Porphyrie) zu behandeln, die sich auf den Verdauungsapparat sowie auf das Nerven- und Kreislaufsystem auswirken.

C.) Leukozyten (weiße Blutkörperchen) machen weniger als 1 Prozent des Vollblutes aus.

Interferone – eine winzige Fraktion der Leukozyten:
Proteine, die bestimmte Virusinfektionen und Krebsarten bekämpfen. Die meisten Interferone werden zwar nicht aus Blut gewonnen, aber es gibt auch welche, die aus Fraktionen der menschlichen Leukozyten hergestellt werden.

D.) Thrombozyten

Fraktionen aus den Thrombozyten werden für medizinische Behandlungen gegenwärtig nicht isoliert.

Fraktionierung: Die medizinische Verwendung von Blutfraktionen.

Wissenschaftlich – technische Verfahren ermöglichen es heute, verschiedene Blutbestandteile zu identifizieren und zu gewinnen. Ein solches Verfahren ist die Fraktionierung. Zur Veranschaulichung: Meerwasser besteht zu 96,5 Prozent aus Wasser. Die restlichen Substanzen wie Magnesium, Brom und natürlich Salz können durch Fraktionierungsprozesse gewonnen werden. Ähnlich verhält es sich bei Blutplasma, das mehr als die Hälfte des Volumens von Vollblut ausmacht und zu 90 Prozent aus Wasser besteht. Aus dem Plasma lassen sich Fraktionen gewinnen, unter anderem Proteine wie Albumin, Fibrinogen und diverse Globuline.

Im Rahmen einer Behandlung oder Therapie schlägt ein Arzt vielleicht vor, ein Konzentrat aus Plasmafraktionen zu verwenden, beispielsweise ein proteinreiches Kryopräzipitat, das durch einfrieren und späteres Wiederauftauen von Plasma gewonnen wird. Dieser nicht lösliche Bestandteil des Plasmas ist reich an Gerinnungsfaktoren und wwird in der Regel verabreicht, um eine Blutung zu stoppen. Bei anderen Behandlungen wird eventuell ein Produkt verwendet, das eine Blutfraktion enthält, sei es in kleinsten Mengen oder als primärer Inhaltsstoff. Manche Plasmaproteine werden routinemäßig injiziert, um die Immunabwehr von Patienten zu stärken, die infektiösen Substanzen ausgesetzt waren. Fast alle medizinischen verwendeten Blutfraktionen bestehen aus Plasmaproteinen.

Wie die Science News schreibt, haben Wissenschaftler erst einige hundert der schätzungsweise mehreren tausend Proteine identifiziert, die im menschlichen Blut zirkulieren. Da Blut auch künftig immer gründlicher erforscht wird, werden aus diesen Proteinen möglicherweise neue Produkte gewonnen.

Über admin

http://www.gesundheit-machbar.de/wp-admin/edit-comments.php?p=78

Kategorie(n): Allgemein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.