Was können die Ärzte noch tun?

Ärzte können jemandem helfen, der Blut verloren und somit weniger rote Blutkörperchen hat. Wenn das Volumen wieder aufgefüllt worden ist, kann Sauerstoff in hohen Konzentrationen verabreicht werden. Dadurch steht dem Körper mehr zur Verfügung, und das hat oft beachtliche Folgen. Britische Ärzte gingen so bei einer Frau vor, die so viel Blut verloren hatte, dass „ihr Hämoglobin auf 1,8 g/dl absank. Sie wurde erfolgreich behandelt … durch Beatmung mit hohen Sauerstoffkonzentrationen und mit Transfusionen großer Mengen Gelatinelösung [Haemaccel]“ (Anaesthesia, Januar 1987]. Der Bericht sagt ferner, dass auch andere bei akutem Blutverlust erfolgreich mit Hilfe der Sauerstoffüberdruckkammer behandelt worden sind.

Ärzten ist auch möglich, die Bildung von roten Blutkörperchen bei ihren Patienten zu fördern. Wie? Durch Eisenpräparate (intramuskulär oder intravenös), die den Körper dazu anregen können, die Bildung roter Blutkörperchen auf das Drei- bis Vierfache der normalen Bildungsrate zu beschleunigen. In jügerer Zeit ist noch eine andere Art Hilfe möglich geworden. In den Nieren wird ein Hormon, das Erythropoetin (ESF), gebildet, welches das Knochenmark stimuliert, rote Blutkörperchen zu erzeugen. Heute ist künstlich (gentechnisch) hergestelltes ESF verfügbar. Ärzte können so bei bestimmten anämischen Patienten die Bildung neuer roter Blutkörperchen stark beschleunigen.

Selbst bei Operationen können erfahrene und gewissenhafte Chirurgen und Anästhesisten Hilfe leisten, indem sie fortschrittliche Blutsparmethoden einsetzen. Peinlich genaue Operationstechniken, wie Elektrokauter zur Verminderung von Blutungen, können nicht genug betont werden. Manchmal kann das Blut, das in eine Wunde fließt, aufgesaugt, gefiltert und in den Kreislauf zurückgeführt werden.

Weitere Therapien sind:

  1. CELLSALVAGE:
    Vermindert den Blutverlust. Während einer Operation wird aus einer Wunde oder aus der Körperhöhle abgesaugt. Es wird gewaschen oder gefiltert, um es dann – gegebenenfalls kontinuierlich – dem Patienten wieder zuzuführen.
    Zusätzliche Informationen über Cellsalvage eine PDF-Datei (englisch).
  2. HÄMODILUTION:
    Unmittelbar vor der Operation wird Blut in Beuteln abgeleitet und ein blutfreies Volumenersatzmittel zugeführt. Dadurch ist das in dem Patienten verbliebene Blut während der Operation verdünnt und enthält weniger Erythrozyten. Während oder am Ende der Operation wird das umgeleitete Blut dem Patienten wieder zugeführt.
    Zusätzliche Informationen über Hämodilution eine PDF-Datei (deutsch).
  3. HERZ-LUNGEN-MASCHINE:
    Das Blut wird in ein Gerät gepumpt, wo es mit Sauerstoff angereichert wird, und dann dem Patienten wieder zugeführt.
    Wenn eine Herz-Lungen-Maschine anfangs mit einer blutlosen Flüssigkeit gefüllt wird, kann dem Patienten die sich daraus ergebende Blutverdünnung zugute kommen, da weniger rote Blutkörperchen verlorengehen.
    Zusätzliche Informationen über Herz-Lungen-Maschine eine PDF-Datei (deutsch).
  4. DIALYSE:
    Übernimmt Organfunktion. Bei Hämodialyse fließt Blut durch ein Gerät, das es filtert und reinigt, ehe es dem Patienten wieder zugeführt wird.
    Zusätzliche Informationen über Dialyse eine PDF-Datei (deutsch).
  5. EPIDURALER BLUT-PATCH:
    Stoppt den Verlust von Hirn-Rückenmark-Flüssigkeit. Eine kleine Menge Patientenblut wird in die Membran injiziert, die das Rückenmark umgibt. Dadurch kann eine Punktionsstelle verschlossen werden, aus der Hirn-Rückenmark-Flüssigkeit austritt.
    Zusätzliche Information über Epiduraler Blut-Patch eine Internetseite (deutsch).
  6. PLASMA-PHERESE:
    Zur Krankheitsbehandlung. Blut wird entnommen, um das Plasma auszufiltern und stattdessen ein Plasmaersatz zuzusetzen, worauf dem Patienten das Blut wieder zugeführt wird. Manchmal wollen Ärzte das im Patientenblut vorhandene Plasma durch das einer anderen Person ersetzen. Diese Option wäre für einen Christen nicht annehmbar.
    Zusätzliche Information über Plasmapherese eine PDF-Datei (deutsch).
  7. MARKIERUNG:
    Für Diagnose- oder Behandlungszwecke. Etwas Blut wird entnommen, mit Medikamenten gemischt und dem Patienten wieder zugeführt. Das Blut kann sich unterschiedlich lang außerhalb des Körpers befinden.
  8. THROMBOZYTEN-GEL; AUTOLOGES:
    (Das heisst aus dem eigenen Blut gewonnen)
    Verschließt Wunden, verringert Blutungen. Etwas Blut wird entnommen und zu einer Lösung konzentriert, die reich ist an Thrombozyten und Leukozyten. Diese Lösung wird auf Operationsstellen oder Wunden aufgetragen.
    Zur Beachtung: Es gibt Präparate, die einen Gerinnungsfaktor aus Rinderblut enthalten.
    Zusätzliche Information über Thrombozyten-Gel eine PDF-Datei (deutsch).
  9. Künstliches BlutFluosol-DA (seit 1986):
    Biologisch inertes Fluorkohlenwasserstoffemulsion von Perfluordecalin und Perfluortripropylamin, die den Sauerstoff-tragende Funktion der Erythrozyten durchführt. Eine Teilchengröße von 0,05 bis 0,25 m auf und ist bei Raumtemperatur über Jahre stabil. Kann unabhängig von der Blutgruppe verabreicht werden; nicht tragen Hepatitis oder anderen Infektionskrankheiten.
    Klinische Studien in Japan und den USA haben ergeben, daß keine unerwünschte Reaktionen aufgetreten sind. Die klinischen Studien werden weiter durchgeführt.
    Künstliches BlutPerflubron (OxygentR)-Perfluorcarbonen:
    Die Nachteile des Fluosol-DA wurden beim Perflubron (OxygentR,. Alliance Pharmaceutical Corp., San Diego, CA) weitgehend eliminiert.
    Zusätzliche Information über Perfluorcarbonen eine PDF-Datei (deutsch).

Es gibt noch weitere Möglichkeiten zu helfen: die Unterkühlung des Patienten, um während der Operation seinen Sauerstoffbedarf zu verringern; hypotensive Anästhesie; Verbesserung der Gerinnbarkeit des Blutes; Desmopressin (DDAVP) zur Verkürzung der Blutungszeit; „Laserskalpelle„. Je mehr Ärzte und besorgte Patienten darauf bedacht sind, Bluttransfusionen zu vermeiden, um so länger wird die Liste werden. Wir hoffen zwar, dass niemand eine große Menge Blut verliert. Aber wenn es dazu kommen sollte, können erfahrene Ärzte die Behandlung sehr wahrscheinlich ohne Bluttransfusion und ohne deren zahlreichen Risiken durchführen.

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Kategorie(n): Allgemein

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