Gibt die Ernährungssituation Anlass zur Sorge?

-Vitaminversorgung in Deutschland –
 

Die Menschen in Deutschland essen zu wenig Obst und Gemüse. Sie erreichen im Durchschnitt nicht die allgemeine Empfehlung für den Verzehr dieser vitalstoffreichen Lebensmittel. Dies ist eine der Schlussfolgerungen aus dem Ernährungsbericht 2012 zur Versorgungssituation in Deutschland. Logische Konsequenz: Einzelne Vitamine und Mineralstoffe werden nicht in ausreichendem Maße aufgenommen.

Zahlreiche Menschen in Deutschland sind unterversorgt. Besonders ausgeprägt ist ein Mangel an Vitamin D. Aber auch weitere Nährstoffe, wie zum Beispiel: Vitamin E und Folsäure oder die Mineralstoffe Eisen, Jod und Calcium liegen im Mangel vorgemessen an den D-A-CH-Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr. In diesem Beitrag erfahren Sie, woran es besonders mangelt und welche Mikronährstoffe mehr Aufmerksamkeit verdienen.

Die Ernährung ist längst als zentraler Faktor der Gesundheit erkannt. Für ein gesundes Wachstum und die gesunde Entwicklung Heranwachsender, für den Erhalt der Gesundheit sowie die Leistungsfähigkeit bei täglich gestellten Anforderungen ist eine gesunde Ernährung ein unabdingbares Kriterium. Neben den drei großen Nährstoffgruppen – Kohlehydraten, Eiweiß und Fett – spielen Mikronährstoffe eine gewichtige Rolle. Leider werden diese jedoch häufig nicht in ausreichendem Maß miteinbezogen. Deutlich macht dies nun auch der Ernährungsbericht 2012, der im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und verbraucherschutz erhoben wurde. Dabei ist hinreichend bekannt: Enthält die Nahrung zu kleine Mengen lebensnotwendiger Mikronährstoffe oder kann der Körper diese nicht in den benötigten Mengen aufnehmen, kommt es zu Mangelerscheinungen. Der menschliche Organismus ist dann nicht mehr in der Lage, wichtige Funktionen aufrechtzuerhalten.

Obst und Gemüse – Randprodukte unseres Speiseplans?

„5-mal täglich“ – so lautet eine allgemeine Faustregel für den verzehr von frischem Obst und Gemüse, um sich ansatzweise ausreichend mit vitalstoffreichen Lebensmitteln zu versorgen und große Teile des täglichen Bedarfs an Vitaminen und mineralstoffen zu decken. Um dies an Werten festzumachen, liegen verschiedene Orientierungswerte seitens der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) vor: Mindestens 400 Gramm Gemüse und mindestens 250 Gramm Obst sollten es pro Tag sein.

Der Ernährungsbericht 2012 zeigt auf, dass diese Werte im Mittel weder von Männern noch von Frauen erreicht werden. An Obst wird durchschnittlich gerade einmal 143 g/Tag (Männer) bzw. 182 g/Tag (Frauen) verzehrt. Bei Gemüse ist die Kluft zwischen Ist und Soll noch größer: Hier beträgt der Verzehr im Mittel nur 124 g/Tag und erreicht nur etwa ein Drittel des Orientierungswertes. Der Verzehr von Fleisch und Wurstwaren sowie Fertig- und Fast-Food-Gerichten hat hingegen weiter zugenommen.

Es ist kaum verwunderlich, dass mit diesem Ernährungsverhalten auch ein Mangel an verschiedenen Vitaminen und mineralstoffen einhergeht. So geht aus dem Ernährungsbericht unter anderem hervor, dass Vitamin E, Folsäure, Calcium, Jod, Magnesium und Eisen (v.a. bei Frauen) nicht hinreichend aufgenommen werden. Eine besonders alamierende Position nimmt Vitamin D ein, sodass Studien durchgeführt wurden, um die Folgen abzuschätzen und Fachbücher mit Extra-Kapiteln versehen werden.

Referenzwerde für die Nährstoffzufuhr

Benessungsgrundlage für eine Einschätzung der Versorgungslage in Deutschland sind die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Diese wurden von Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ermittelt und beinhalten Empfehlungen, Schätzwerte und Richtwerte für die Zufuhr von Energie, Nährstoffen (u.a. Vitamine und mineralstoffen), Ballaststoffen und Wasser. Sie sollen die Basis für die praktische Umsetzung einer vollwertigen Ernährung bilden, die wiederum dazu beitragen soll, Wachstum, Entwicklung und Leistungsfähigkeit sowie die Gesundheit des Menschen ein Leben lang zu fördern bzw. zu erhalten.

Die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr lehnen eng an den Werten an, die von der Europäischen Kommission als sogenannte „RDA-Werte“ (Recommended Daily Allowance – empfohlene Tagesmenge) vorgegeben werden. Ob diese nun gerechtfertigt sind und in ihre Höhe ausreichen, um einen erwachsenen Menschen tatsächlich auch ausreichend mit Mikronährstoffen zu versorgen, ist vielfach umstritten.

Für die D-A-CH-Referenzwerte, deren Ziel es unter anderem ist, „nutritive und wenn möglich auch präventive Aspekte zu berücksichtigen“, werden einige Einschränkungen von vorneherein eingeräumt. Denn diese Referenzwerte gelten nur für Gesunde. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Empfehlungen für Vitamine und Mineralstoffe grundsätzlich nicht für Kranke und Rekonvaleszente, Personen mit Nährstoffmangel. Personen mit Verdauungs- und Stoffwechselstörungen, Personen mit chronisch hohem Konsum von Genussmitteln oder Personen mit regelmäßiger Medikamenteneinnahme gelten! Diese Personen müssen – so die Anmerkung – individuell medizinisch beraten werden.

Im Folgeartikel geht es im Detail – Vitamine und Mineralstoffe im Mangel.

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Kategorie(n): Allgemein

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