Das Ende des Pharma-Kartells wird eingeläutet

Wyeth kauft Fachaufsätze bei PR-Agentur

Über Jahre hinweg gab das Pharma-Unternehmen Wyeth „wissenschaftliche“ Artikel ion Auftrag, mit denen systematisch das firmeneigene Sortiment der Hormonersatztherapie beworben wurde – nicht nur für Wyeth ein wichtiges Standbein. Um den Absatz anzufeuern, verharmlosten die fingierten Fachtexte gezielt gefährliche Nebenwirkungen, z.B. das gesteigerte Brustkrebsrisiko. Angepriesen wurden hingegen vermeintlich vorbeugende Effekte auf das Herz-Kreislauf-System oder auf eine Altersdemenz, allerdings ohne dass derlei Nutzen wissenschaftlich belegt ist. Zudem kamen Konkurenzprodukte in den bezahlten Pseudo-Publikationen stets schlechter weg als die Wyeth-Hausmarke „Prempro“.

Mit diesen üblen Manipulationen gelang es der jetzigen Pfizer-Tochter, zwischen 1996 und 2004 sogar in renomierten Zeitschriften etliche Übersichtsartikel und Kommentare zu plazieren. Die beauftragte Werbeagentur „DesignWrite“ erhielt pro Artikel umgerechnet rund 15 000 €. Eingebunden waren in das Betrugssystem auch „Wisssenschaftler“, die sich bereit fanden, ihre Unterschrift unter die gefälschten Manuskripte zu setzen.

Umstritten ist die „Therapie“ gegen Wechseljahresbeschwerden seit ihrer Etablierung. Doch als eine groß angelegte amerikanische Studie (Women`s Health Initiative) im Jahr 2002 vorzeitig abgebrochen werden musste, da die Fälle von Brustkrebs, Herzinfarkt und Schlaganfall alarmierend zunahmen, geriet die unnötige Hormonbehandlung weltweit besonders in die Kritik. Der Milliardenmarkt für die Hormonersatzpräparate brach daraufhin schlagartig um etwa die Hälfte ein.

Zum Gerichtsverfahren kam es, nachdem über 14 000 US-Amerikanerinnen Wyeth auf Schadensersatz verklagten. Sie waren während der Einnahme von „Prempro“ an Brustkrebs erkrankt. Der Schwindel flog auf, weil Wyeth im Zuge der Ermittlungen über 1500 interne Dokumente offen legen musste.

Kommentar von Rath international:

Dieser Vorgang zeigt beispielshaft, mit welch einfachen Mitteln die Pharma-Industrie  den vielfach unabhängig geglaubten Wissenschaftsbetrieb unterwandert. Alles wird dem Profitinteresse unterordnet. Geht es um das Geschäft, zählen weder Unabhängigkeit noch Menschenleben.

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Kategorie(n): Allgemein

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