Kinder mit Aids-Diagnose

Gemeinsamer Bundesausschuss schränkt fahrlässige Verordnung von Medikamenten ein

Schon der Name klingt verdächtig nach Krankheit: „Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung(ADHS)“. Doch mit dieser Diagnose lässt sich natürlich viel eher ein Rezept ausstellen als mit: „Das Kind ist ein Zappel-Philipp“.

Noch immer sind zu viele Ärzte mit der Verschreibung von Methylphenidathaltigen Psychoanaleptika, z.B. „Ritalin„, schnell bei der Hand. Zwischen 1997 und 2006 stieg die Menge der verordneten Tagesdosen um das zehnfache. Derzeit wird in Deutschland bei etwa 5 % der Heranwachsenden ADHS diagnostiziert. Methylphenidat greift in den Stoffwechsel von Nervenbotenstoffen (Dopamin) ein. Zu den Nebenwirkungen zählen Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Weinerlichkeit und langfristig ein geringeres Körperwachstum.

der gemeinsame Bundesausschuss (GBA) will der fahrlässigen Verordnung von Methylphenidaten jetzt einen Riegel vorschieben. Nach der geänderten Richtlinie dürfe sich die Diagnose nicht mehr allein auf nur eines oder mehrere Symptome stützen. Fortan müsse eine Therapie immer nicht-medikamentös beginnen. Der Wirkstoff dürfe nur noch von Fachärzten (Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen) verordnet werden, und dies auch nur noch begleitend zu psychologischen, pädagogischen und sozialen Therapiekonzepten. Nur noch in Ausnahmefällen dürften auch Hausärzte Folgeverordnungen vornehmen. Der Einsatz von Stimulantien müsse, besonders wenn er als Dauertherapie angelegt sei, dokumentiert und mindestens einmal im Jahr unterbrochen werden.

Die neue Richtlinien des GBA werden gültig, sobald sie vom Gesundheitsministerium bestätigt und im Bundesanzeiger veröffentlicht werden.

Kommentar von Rath international

Ein Schritt in die richtige Richtung. Es gehört zu den empörenden Tatsachen, dass sogar Augenärzte ADHS diagnostizierten. Der Aspekt, dass derartige Verhaltensauffälligkeiten ein Phenomän moderner Industriegesellschaften sind und überdies erst in jüngster Zeit als behandlungswürdige Krankheit definiert wurden, macht überdeutlich, dass die medikamentöse Ruhigstellung von unangepassten kindern keine ursachenorientierte Herangehensweise sein kann. Anstatt aus Profitgier bereits Kinder zu Dauerpatienten zu machen, sollten gesellschaftliche Einflüsse kritisch hinterfragt und verändert werden.

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Kategorie(n): Allgemein

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