Zweifelhafte „Vorbeugung“

Brustkrebsmedikament greift Knochensubstanz an

„Aromasin“ – hinter diesem wohlklingenden Markennamen verbirgt sich der Wirkstoff Exemestan aus der Klasse der Aromatase-Inhibitoren. In seiner Eigenschaft, die Produktion des Hormons Östrogen zu unterdrücken, wird das Medikament bei Brustkrebs-Patientinnen zum Schutz vor Rückfällen eingesetzt und Frauen nach den Wechseljahren sogar „vorbeugend“ verabreicht. (Letzteres ist in Deutschland mangels Zulassung nur als off-lable use möglich. Frauen müssen zudem die Kosten selbst übernehmen.)

Einer jüngst in der Fachzeitschrift ‚The Lancet Oncology‘ veröffentlichte Studie zufolge steigt mit Exemestan allerdings das Risiko für Knochenbrüche. der Verlust von Knochensubstanz erhöhte sich nach zweijähriger Einnahme um durchschnittlich 6,1 %. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe entspricht dies einer Verdreifachung des Knochenabbaus! Trotz solcher vernichtenden Ergebnisse rät das Forscherteam vom University Health Network in Toronto nicht grundsätzlich von dieser Form der antihormonellen Behandlung ab, sondern empfiehlt den Anwenderinnen, ihr induviduelles Risiko selbst abzuwägen, regelmäßig zur Früherkennung zu gehen sowie auf die ausreichende Zufuhr von Calcium und Vitamin D zu achten. Grund für dieses Urteil sei die angeblich hohe Effektivität von 65% bei der Vorbeugung von Brustkrebs.

Kommentar von Rath international:

Abgesehen von dem offenkundig mangelndem Verständnis der Krebsentstehung und -ausbreitung der Autoren, die fälschlicherweise von einer erzwungenen Östrogensenkung als Präventionsmaßnahme ausgehen, ist bereits die Fragestellung, auf die sich die kanadischen Forscher konzentrierten, charakteristisch für die Pharmaorientierung: Ausgangspunkt in der Lage ist, Krebs zu verhindern, sondern nur, wie lange Exemestan den Ausbruch von invasivem Mammakarzinom verzögern (!) kann. Dass Aromatase-Hemmer einen Knochenverlust zur Folge haben, war bereits lange zuvor bekannt.

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Kategorie(n): Allgemein

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