Verheerende Kombination

Besonders Senioren leiden unter Fehl- und Übermedikation

Ältere Menschen sind für die Pharmaindustrie eine der mit Abstand gewinnbringendsten Patientengruppen. Dabei sind gerade sie, neben Kindern und Heranwachsenden, am meisten gefährdet, was das Risiko von Arzneimittelvergiftungen angeht, weil ihr Körper in der Regel die Pharmaka deutlich schlechter entgiften kann. Zudem ist ein geschwächter Organismus – ob durch chronische Krankheit(en) oder den negativen Einfluss von Medikamenten – anfälliger für Störungen. Die Anhäufung von Stoffen im Körper, eine steigende Zahl von Neben- und Wechselwirkungen, falsche Medikation, Überdosierung sind nicht nur für einen Großteil der Krankenhausaufnahmen verantwortlich, sondern auch für jährlich mehr als 60 000 Todesfälle. Arzneimittelvergiftung stellt sogar die vierthäufigste Todesursache (nach Herzinfarkt, Krebs, Schlaganfall) dar. Nach Analyse der Krankenkasse KKH nimmt ein Drittel der Über-65-jährigen pro Tag neun oder mehr Arzneimittel ein. Wer fünf oder mehr Medikamente nehme, für den verdoppele sich die Gefahr ins Krankenhaus zu kommen, gab der Sprecher zu bedenken. In Deutschland sei durchschnittlich alle acht Sekunden ein Patient von Medikationsfehlern betroffen. Sozialmediziner der Uni Bremen fanden heraus, dass ein Viertel aller Senioren mindestens einmal im Jahr ein ungeeignetes Medikament verordnet bekäme. Rund 9% der Patienten werde sogar mindestens viermal jährlich ein potentiell gefährliches Mittel vom Arzt verschrieben. Dabei erhielten ältere Frauen (32%) gegenüber Männern (23%) wesentlich häufiger unpassende Arzneimittel.

Überdies stellten Experten immer wieder die Aussagekraft von pharmakologischen Studien in Frage, da diese mehrheitlich an Patientinnen mittleren Alters vorgenommen werden. Eine Untersuchung am US-Center for Disease Control and Prevention ergab, dass das gegenwärtig mit Abstand gefährlichste Medikament „Marcumar/Warfarin“ sei: Der Blutverdünner verursache bei Senioren allein ein Drittel der Notfallaufnahmen.

Auf der Negativliste folgen Insulin (14%), die Gruppe der Antithrombosemittel wie ASS und dann orale Antidiabetika (11%). Gemeinsam waren sie für drei Viertel der medikamentenbedingten Hospitalisierungen verantwortlich. Kennzeichnend sei zudem die auffällig starke Symptomorientierung dieser Präparate.

Kommentar von Rath international:

Tatsächlich ist der leichtfertige Umgang mit Pharmapräparaten und die hier zum Ausdruck kommende Verschreibungsfreudigkeit offensichtlich vieler Ärzte schockierend, genauso wie die ebenfalls in weiten Teilen anzutreffende ärztliche Ahnungslosigkeit oder gar Ablehnung von nicht-pharmaorientierten, aber wissenschaftlich begründeten Alternativen der Naturheilkunde, insbesondere gegenüber Fortschritten der Mikronährstoffforschung.

Die im Zuge der Profitausrichtung der „Gesundheitswirtschaft“ einhergehende Degradierung des Arztberufes zum „Verschreibungsgehilfen der Pharmaindustrie“ stellt dessen eigentliche Aufgabe, Patienten zu helfen, grundsätzlich in Frage. Umso wichtiger ist die Aufklärung. Machen Sie darauf aufmerksam, dass die unabhängige Weiterbildung zu den ständigen Pflichten jedes Mediziners gehört!

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Kategorie(n): Allgemein

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