Lobbyismus pur

Union kämpft für Geheimhaltung der Pharma-Profite

Ein „Positionspapier“ der CDU/CSU-Fraktion macht sich ein zentrales Ziel der Pharmakonzerne zu eigen: die Aufrechterhaltung von Intransparenz auf dem Arzneimittelmarkt. Ganz nach Maßgabe eines Gutachtens des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller (vfa), in dem die Geheimhaltung von Medikamentenpreisen gefordert wird, treibt die Union die Aufweichung eigener Vorzeigeprojekte zur Kostenreduzierung im Gesundheitssystem voran. Denn der Vorstoß zur gesetzlich verankerten „Vertraulichkeit“ über die Ergebnisse von Rabattverhandlungen zwischen Krankenkassen und Herstellern ist ein klarer Widerspruch zum „Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz“ (AMNOG), nach welchem der Rabatt in einschlägigen Arzneimittelpreislisten offen gelegt werden muss. Im Kern verlangt das AMNOG den Herstellern die Nachweispflicht ab, den Zusatznutzen neuer Medikamente zu belegen, und ermöglicht Kassen, darauf aufbauend Zwangsrabatte gegenüber der Industrie durchzusetzen. Noch laufen die ersten Preisverhandlungen. In der Offenlegung der Preis sieht das vfa-Gutachten vor allem „erhebliche Auswirkungen über Deutschland hinaus – da die deutschen Arzneimittelpreise in mehr als 30 Ländern bei der dortigen Preisbildung direkt oder indirekt berücksichtigt werden“.

Kommentar von Rath international:

Der Vorstoß der Unionsfraktion ist ein unverhohlener Schritt zur Sicherung des Pharma-Investmentgeschäfts. So gesteht der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Johannes Singhammer offen ein, unmittelbar den Vorgaben der Pharmaindustrie zu folgen. Indem die Abgeordneten das Profitinteresse so eindeutig über die Gesundheit der Bevölkerung stellen, gleicht der durchgereichte Wunschzettel einem Bekenntnis zur Pharmadiktatur.

Über admin

http://www.gesundheit-machbar.de/wp-admin/edit-comments.php?p=78

Kategorie(n): Allgemein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.