Kein Zusatznutzen

Merck scheitert an Studienergebnissen

Die vom Darmstädter Pharmakonzern Merck KGaA beabsichtigte Ausweitung der Zulassung seines Blockbusters „Erbitux“ steht offenbar vor dem Aus. In einer europaweiten Darmkrebs-Studie der klinischen Phase III mit 2559 Patienten blieb das Mittel den Nachweis für einen Zusatznutzen schuldig. Der Wirkstoff Cetuximab soll das Wachstum von Krebszellen und damit die Metastasierung unterdrücken. Verglichen wurde zwischen Patienten, die sich – jeweils nach Entfernung des Primärtumors – nur der „Standard-Chemotherapie“ unterzogen, und solchen, die darüber hinaus mit „Erbitux“ behandelt wurden. Letztere überlebten jedoch trotz der Therapie mit dem monoklonalen Antikörper nicht länger krankheitsfrei als Patienten der Kontrollgruppe. Mit einem Erlös von 855 Mio. € (in 2011) ist „Erbitux“ das Präparat mit dem zweitstärksten Umsatz von Merck KGaA. Seine gegenwärtige Zulassung beschränkt sich auf metastasierende Formen eines bestimmten Kolorektalkarzinoms (vom K-Ras-Gentyp / ca. ein Viertel der Darmkrebs-Patienten) sowie Plattenepithelkarzinom des Kopfes und Halses. Die Europäische Arzneimittelagentur hatte bereits im Jahr 2009 eine Zulassung für Lungenkrebs gleich zweifach wegen mangelnder Belege abgelehnt.

Kommentar von Rath international:

Die ständige Suche nach neuen Märkten ist charakteristisch für das Pharmageschäft mit der Krankheit. Zunehmende Rückschläge zeigen immer offenkundiger die Auswegslosigkeit der pharmaorientierten Krebsforschung. Erst recht gilt dies gegenüber dem wachsenden Druck wissenschaftlicher Erkenntnisse seitens Mikronährstoffforschung. Die Überlegenheit des modernen Ansatzes der Zell-Regulation liegen auf der Hand: Ursachenorientierung, Nebenwirkungsfreiheit und fehlende Patentierbarkeit von Naturstoffen.

Roche muss Herz-Kreislauf-Medikament aufgeben

In einer Phase III – Studie mit 15.800 Patienten hielt das Medikament „Dalcetrapib“ nicht den zuvor lauthals verkündeten Erwartungen des Schweizer Pharmagiganten stand. Es gab keine Anzeichen dafür, dass das Mittel dazu beitrage, die Gefahr von Herzinfarkten oder Schlaganfällen bei Risikopersonen stärker zu reduzieren als „herkömmliche Medikamente“ (Statine). „Dalcetrapib“ greift in den Cholesterin-Transport ein und war als Zusatztheraoie bei akkutem Koronarsyndrom vorgesehen. Statt, wie geplant, im kommenden Jahr die Zulassung zu beantragen, muss Roche seinen „innovativen Hoffnungsträger“ nun stoppen. Dessen Umsatzpotenzial wurde vom Unternehmen bereits marktschreierisch auf 10 Mrd. US$ angegeben.

Kommentar von Rath international:

Das Geschäftsmodell „Profitmaximierung mittels Symptombehandlung“ steckt in der Sackgasse. Das Versagen der Pharma-Medizin bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist die logische Folge. Der Pharmakritiker Peter Schönhofer („Arzneimittel-Telegramm“Smilie: ;) warnt: „Es passiert in der Pharmabranche genau dasselbe wie bei den Investmentbankern. Was dieses System an Unheil produziert, haben wir in der Bankenkrise erleben müssen.“ Bei einem ähnlichen Medikament – „Torcetrapib“ von Pfizer – traten 2006 bei klinischen Tests vermehrt Todesfälle auf.

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Kategorie(n): Allgemein

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