Die Sicherheit von Nahrungsergänzungsmitteln

Ein Kommentar von Dr. Aleksandra Niedzwiecki

Mit großer Regelmäßigkeit tauchen in den Massenmedien verstörende Artikel über die angeblichen Gefahren von Mikronährstoff-Pröparaten auf. Ohne Ausnahme sind diese Berichte aber entweder vollkommen gegenstandslos, oder die darin zitierten Studienergebnisse werden überspitzt wiedergegeben und fehlinterpretiert. Auf der anderen Seite liegt eine nicht geringe Anzahl an Artikeln zu den Vorteilen einer regelmäßigen Nahrungsergänzung vor, die in der Presse jedoch kaum Beachtung findet bzw. sogar gänzlich ignoriert wird.

Die Notwendigkeit von Nahrunghsergänzungen

Vitamin- und Mikronährstoff-Mangel sind keineswegs ein Problem, das ausschließlich in Entwicklungsländern zu finden ist. Obwohl in den Industriestaaten ganzjährig ein üppiges und vielseitiges Nahrungsmittelangebot zurt Verfügung steht, sind Mangelsituationen auch hier weit verbreitet. Ein Beispiel hierfür liefert eine Studie aus Polen, die 2012 im Jahrbuch des polnischen Instituts für Hygiene (Vol. 63(4), S. 441-446) veröffentlicht wurde. Diese Studie zeigt, dass selbst junge Menschen teilweise gravierende Mängel an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen aufweisen. Von 200 Probanden, die an der Studie teinahmen – alle waren Studierende der Universität Rzeszów in Polen -, nahm die überwiegende Mehrheit zu wenig Vitamin D, B-Vitamine, Folsäure, Eisen, Kalium, Kalzium und Magnesium auf. Besorgniserregende 76 % der männlichen Studenten besaßen darüber hinaus einen Vitamin C-Mangel.

Bedenkt man, dass es sich bei den Studienteilnehmern um Studenten der Biologie und Agrarwissenschaft handelte, die allein schon aufgrund ihres Bildungsstands zumindest Grundkenntnisse der Gesundheitsbedeutung von Mikronährstoffen haben müssten, ist dieses Ergebnis äußerst alarmierend. Ein noch schlechteres Bild ergibt sich, wenn man die Vitamin- und Mikronährstoff-Versorgung bei Kindern, Kranken und alten Menschen – insbesondere in Pflegeheimen und Krankenhäusern – betrachtet. Hieraus lässt sich schließen, dass sich die Notwendigkeit einer optimierten Mikronährstoff-Aufnahme durch alle Altersschichten zieht.

Wie sicher sind Nahrungsergänzungsmittel?

Um die Frage zu beantworten, wie sicher der Verzehr von Nahrungsergänzungsmitteln ist, deren Vitamin- bzw. Mikronährstoff-Gehalt die offiziell empfohlene Tagesdosis überschreitet, ist ein Blick in die Vereinigte Staaten empfehlenswert. Da im Gegensatz zur EU der Gebrauch von Vitaminen und anderen natürlichen Substanzen in den USA keiner strengen Regulierung unterliegt, kann die icherheit von Mikronährstoff-Präparaten anhand amerikanischer Daten also leicht beurteilt werden.

Einige Fakten: In den USA sind Mikronährstoff-Produkte erhältlich, die deutlich höher dosiert sind als innerhalb der EU und hierzulande nicht erlaubt wären. Zudem werden in den USA Nahrungsergänzungsmittel angeboten, die aufgrund der Inhaltsstoffe und Zusammenstellung auf der anderen Seite des Atlantiks durch EU-Regulierungen eingeschränkt, ja sogar verboten sind. 68 % der US-Amerikaner ergänzen ihre Nahrung mit Mikronährstoff-Supplementen – das entspricht einer Anzahl von über 200 Millionen Menschen. Die USA sind also ein gutes Barometer für die vermeintliche Gefährlichkeit von Nahrungsergänzungsprodukten.

Werfen wir zunächst einen Blick auf amerikanische Statistiken, die Auskunft darüber geben, wie viele Menschen infolge der Einnahme von mikronährstoff-Produkten verstorben sind.

  • Im Jahr 2010 ist keine einzige Person infolge einer Nahrungsergänzung gestorben. (Bronstein AC, et.al. (2011) Clin. Toxicol. 49 (10), 910-941)
  • Im Jahr 2004 wurde der Tod von 3 Menschen mit der Einnahme von Mikronährstoff-Produkten in Verbindung gebracht. 2 davon sollen an Vitamin D und Vitamin E Megadosen gestorben sein und 1 Person aufgrund einer Überdosis an Eisen und Fluorid. (Toxic Exposure Surveilance System 2004 Annual Report, Am. Assoc. of Poison Control Centers)

Auch in Europa zeichnet sich die Anwendung von natürlichen Substanzen durch hohes Maß an Sicherheit aus, wie Graham Keen, Direktor der britischen Health Food Manufacturers Association (HFMA), bestätigt: „Die von der Food Standards Agency [Agentur für Lebensmittelnormen] veröffentlichen Daten zeigen, dass in den letzten 11 Jahren nur 11 Fälle von unerwünschten Reaktionen infolge einer Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln aufgetrten sind. Die meisten davon wurden für die Gesungheit als nicht besorgniserregend eingestuft. Verglichen mit Medikamenten haben Nahrungsergänzungen eine hohe Sicherheitsbilanz.“

Zum Vergleich:

  • Im selben Jahr (2004) starben etwa 19.250 Menschen an den Folgen einer unbeabsichtigten Vergiftung durch Chemikalien oder Arzneimittel. (U.S. National Center for Health Statistics)
  • Sogar die Einnahme gängiger rezeptfreier Arzneimittel (z.B. Aspirin) führte 2003 zum Tod von 59 Menschen; weitere 147 starben an den Nebenwirkungen Acetaminophen-haltiger Medikamente (in Deutschland ist die Substanz als Paracetamol bekannt). (Watson WA, et al (2004) Am J Emergency Medicine 22 (5), 335-404)
  • Zudem sterben in den USA jedes Jahr etwa 104.000 Menschen an den Nebnenwirkungen verschreibungspflichtiger Medikamente, die gemäß den Herstellerangaben eingenommen werden (JAMA, 199Smilie: 8). Die angeblich so um ihre Gesundheit besorgten Medien ignorieren diese Tatsache seit Jahren beharrlich.

Angesichts der (Fehl-)Informationen, die in den Massenmedien über Nahrungsergänzungsmittel verbreitet werden (z.B. „Vitamine verkürzen Leben“, „Vergiftung durch Vitamine“ usw.), muss also der Hintergrund der Nebenwirkungen von Vitamin-Produkten viel genauer beleuchtet werden als es gegenwärtig der Fall ist.

Zusammenhänge, die zwischen bestimmten Nebenwirkungen und der Anwendung von Mikronährstoffen hergestellt werden, sind in den allermeisten Fällen unbegründet und ignorieren wichtige Faktoren, wie z.B. den Gesundheitszustand der Betroffenen, Begleiterkrankungen, Wechselwirkungen mit Arzneimiotteln, die spezifische Zusammensetzung des Produkts (z.B. wirkt synthetisches Vitamin E anders als natürliche Formen), ob der Mikronährstoff einzeln oder als Komplex eingenommen wurde u.v.m. Aber auch im Falle einer Anwendung von einzelnen Mikronährstoffen – was nach dem Synergie-Konzept der Zellular Medizin ein falscher Ansatz und eher selten empfehlenswert ist – ist die Aufnahme extrem hoher Dosen (d.h. eine hundertfach höhere Dosis als empfohlen) unwahrscheinlich und die Folgen einer etwaigen Überdosierung reversibel.

Im folgenden Artikel werden ein paar Beispiele zur Sicherheit von Vitaminen angeführt, die in den Medien häufig thematisiert werden.

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Kategorie(n): Allgemein

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