Vitamin – Diskretitierung von der Presse

Fragwürdiger Versuch der Vitamin-Diskretitierung durch die „Bild am Sonntag

Der jünste Versuch der Pharma-Medien, Nahrungsergänzungsmittel in Misskredit zu bringen, stammt von der Bild am Sonntag. Am 15.09.2013 titelte die Zeitung: „Die teure Vitaminillusion“. Wie nicht anders zu erwarten, werden in dem Artikel unzutreffende Aussagen getroffen, die ein vollkommen unrealistisches und damit tendenziöses Bild von Mikronährstoffen insgesamt und einer Vielzahl von Produkten ergeben.

BILDamSonntagZunächst ist festzuhalten, dass nach Überprüfung durch einen führenden Lebensmittelverband mehr als 10 % der dort angesprochenen Produkte gar keine Lebensmittel / Nahrungsergänzungsmittel waren, sondern Arzneimittel. Allein dieser Umstand disqualifiziert den Bericht von selbst.

Darüber hinaus wurden offenbar geradezu abenteuerliche Übertreibungen vorgenommen: So ist unbestritten, dass eine starke Überdosierung mit Beta Carotin in Einzelfällen zu einer harmlosen Gelbfgärbung der Haut führen kann; dies dem Krankheitsbild der „Gelbsucht“ gleichzusetzen, ist aber absurd.

Auch das in dem Artikel wohl angesprochene erhöhte Risioko für Lungenkrebs ist bisher allein in Verbindung mit hohen Zufuhrmengen an Beta Carotin bei starken Rauchern diskutiert worden. Unabhängig davon, dass die in Nahrungsergänzungsmitteln üblicherweise enthaltenen Mengen weit unterhalb jeglicher Bedenken liegen, belegen mehrere epidemiologische Untersuchungen übereinstimmend, dass ein reichlicher Verzehr von Karotinoid-haltigem Obst und Gemüse sowie ein hoher Beta-Karotin-Blutstatus mit einem verminderten Lungenkrebsrisiko korrelieren.

Ebenfalls mehr als befremdlich ist die thematisierte Gefahr der Überdosierung durch Produkte, die 10 mg Vitamin E / Tagesdosis enthalten. 10 mg Vitamin E entsprechen weniger als der ohnehin schon sehr niedrigen Tagesempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, zumal die Europäische Lebensmittelbehörde den Wert für eine tolerierbare Gesamtzufuhrmenge auf bis zu 300 mg pro Tag festgelegt hat.

Diese Liste falscher Aussagen zu Vitaminen ließe sich weiter fortführen. Abschließend nur noch ein Wort zu der Frage, mit der Bild am Sonntag in ihrer Zweit-Überschrift das Feuer der Unsicherheit noch ein wenig stärker schüren möchte: „Kann man sich an Vitaminen verschlucken?“ Unsere Antwort lautet: JA. Wer sich mit der Bedeutung von Mikronährstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln in bestimmten Situationen intensiv auseinander gesetzt hat und einen Beitrag wie den in der Bild am Sonntag zu lesen bekommt, muss sich bei der Schaffung eines vollkommen falschen Bildes zwangsläufig verschlucken!

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Kategorie(n): Allgemein

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